<iframe src="//www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WQTVSMX" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>Aufwändiger Journalismus im Scheinwerferlicht: | teo jakob

Aufwändiger Journalismus im Scheinwerferlicht:

12.09.2019

Reportagenfestival und True Story Award

In intimen Lokalen in der Berner Altstadt ging am ersten internationalen Reportagenfestival vom vorletzten Wochenende das Publikum mit Medienschaffenden aus aller Welt auf Tuchfühlung, bevor dann auf der grossen Theaterbühne erstmals der True Story Award verliehen wurde.

Wäre man in der Schweiz nicht so höflich und zurückhaltend, man hätte sich die Nase platt gedrückt an den frisch geputzten Fensterscheiben an der Gerechtigkeitsgasse 36 in Bern, um das ungewöhnliche Bild dahinter genauer zu studieren. Stattdessen bleiben die Passantinnen und Passanten an diesem sonnigen Spätsommertag höchstens kurz stehen und spähen verstohlen durch die grossflächigen Schaufenster: Bei teo jakob in der Berner Altstadt sitzen 85 Personen auf zusammengewürfelten Designmöbelstücken und nackten Treppenstufen, die Blicke gebannt auf zwei Frauen gerichtet.

Hätten die Passantinnen und Passanten die Diskussion auf der anderen Seite der Scheibe gehört, ihre Gesichter wären wohl noch verwirrter gewesen, sprechen doch die indische Reporterin und die Schweizer Radioproduzentin von heiligen Kühen, genauer der gesellschaftspolitischen Bedeutung von Rindfleisch im Gliedstaat Uttar Pradesh, und Tatmotiv eines von Hindus verübten Totschlags an einem Muslimen. Als wäre die Stimmung zwischen Seidenkissenbezügen und Herrenlederstiefeln umrahmt von modularen USM-Möbelbausystemen nicht schon bizarr genug, zieht just in diesem Moment draussen in der Gasse eine hinduistische Prozession anlässlich des Wagenfestivals Ratha Yatra mit lauten Trommeln und Glocken vorbei.

Die grosse Welt im kleinen Bern. Genau das hatte Daniel Puntas, Chefredaktor des Magazins «Reportagen», versprochen, als er im letzten November das erste Reportagenfestival im deutschsprachigen Raum unter dem Titel «Erzählte Welt» ankündigte. Rückblickend reisten 60 Reporterinnen und Reporter aus der ganzen Welt in die Bundesstadt, um zu erzählen, was die Menschen in ihren Herkunftsländern bewegt: Exorzismus in Polen, Social Media in Thailand, Zigarettenschmuggel in Ägypten, Rohstoffabbau im Kongo und in Kolumbien, Menschenhandel in Mauretanien.

Nicht in sterilen Konferenzräumen und anonymen Hörsälen fanden die 52 Veranstaltungen statt, sondern im Ladenlokal, im Kellertheater, in einem Kulturzentrum oder in einem Zunftgesellschaftssaal. 

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