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Der Wegmacher.
Nachhaltigkeit braucht das beste Design.
«In unserer Zeit mit derart wichtigen Fragen zu den verbleibenden Ressourcen sollten wir bescheidener werden.» Für den Schweizer Architekten und Designer Alfredo Häberli ist gute Gestaltung vor allem eine Frage der Haltung. Ein Gespräch über das Weglassen und Wegbereiten.

Es mag etwas eigenartig klingen, ausgerechnet mit einem grossen Schöpfer über das Reduzieren und Weglassen sprechen zu wollen. Aber ist es das wirklich? «Wenn man Studio Häberli hört, denkt man vielleicht an eine Agentur, aufwendig eingerichtet, elegant, mit weissen Dielen … Aber so ist es bei uns nicht: Wir verstehen uns als Forscher», beschreibt uns Alfredo Häberli sein Selbstverständnis. Er ist einer von den Guten.

Wir treffen ihn in seinem Studio im Zürcher Seefeld und finden uns sofort mitten im Gespräch, welches, ganz zu unserem Erstaunen, über weite Strecken Häberli allein bestreitet. Schmunzelnd und mit dem wachen Blick eines neugierigen Jungen wird er uns später erklären, dass man mit einem etablierten Namen manchmal auch die Verantwortung tragen sollte, einem Projekt oder Gespräch eine neue Richtung zu geben. «Müskeli zeigen», wie er es nennt.

Die Muskeln braucht er. 2016 hat er mit einem Pionierunternehmen für ökologisches Bauen das Konzept für ein Gebäudeensemble für nachhaltiges Wohnen über mehrere Generationen verwirklicht – ein Lebenstraum. «Wir müssen den achtsamen Umgang mit Ressourcen und auch das Reduzieren für die kommenden Generationen attraktiv und lebenswert machen. Und deshalb gilt es, bereits heute mit dem Verbleibenden gestalterisch umso raffinierter umzugehen», umreisst Alfredo Häberli die Herausforderungen. Und er schliesst an: «Erst wenn Nachhaltigkeit eine völlig neue begehrliche und bestechende Sprache entwickelt, wird sie sich in der breiten Masse durchsetzen. Es gibt noch viel zu tun. Dafür braucht es jetzt die besten Designer, Architekten und Köpfe.»

Ohne Zweifel steht das Thema Verbrauch und Nachhaltigkeit heute mitten im öffentlichen Interesse. Die Stimmen, die sich für entsprechende Richtlinien und Produkte aussprechen, werden lauter.

Kommt hinzu, dass sich bei knapper werdenden Ressourcen die Preise für Rohmaterialien mittelfristig ändern und sich die mit Ware überfluteten Märkte in ihrem Tempo und Verbrauch wohl auch ein Stück weit selbst regulieren. Alles wird gut?

«Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine ganze Generation von Menschen, die noch auf der Suche ist, wie sie mit der Digitalisierung und neuen Mobilität umgehen will. Ich sehe das bei meinen eigenen Kindern. Die Auseinandersetzung mit dem Wohnen und Leben ist vorhanden, sie ist aber sehr viel agiler, beansprucht dadurch mehr Veränderung und verwendet günstiges Material.»

Auch die Möbel- und Designbranche musste sich deshalb verändern. «Die Preise sind dermassen unter Druck, dass selbst renommierte Designer und Herstellermarken auf teilweise abenteuerliche Art und Weise versuchen, einen neuen Marktzugang zu finden. Dadurch werden die Produkte vielfach kurzlebiger, da die Produzenten trend- und verbrauchsorientierter agieren.

Beim Bau seines Ökohauses hat Alfredo Häberli mit seinem Team dann auch lernen müssen, diese Möglichkeiten tatsächlich zu finden und zu schaffen. «Auf der Suche nach einer völlig eigenen Begehrlichkeit habe ich neue Bauweisen vorgeschlagen, die bei den Ingenieuren und Statikern auf grossen Widerstand stiessen. ‹Geht nicht› war die eine, ‹zu teuer› die andere Reaktion. Auch die Frage, wie man Architektur für ältere Generationen mit eingeschränkter Mobilität nutzbar macht, ist kein beliebtes Thema. Doch ich habe auf schlanke Prototypen beharrt, wie es bei uns in der Möbelbranche üblich ist. ‹Lasst es uns herausfinden!›, habe ich gesagt. Es war ein Prozess, und die internen Hürden waren enorm. Wir mussten gemeinsam lernen, mit Paradigmen brechen und neue Wege beschreiten. Um etwas völlig Neues und Attraktives Tatsache werden zu lassen und die Fantasie zu nähren, dass es auch tatsächlich geht.»

Doch ich glaube, es gibt noch sehr viel grössere gestalterische Möglichkeiten, um als Designer neuen Lebenskonzepten wirklich nachhaltig zu dienen», fügt Alfredo Häberli an.

«Natürlich reicht es für eine wirkliche Veränderung nicht aus, einfach nur noch mit den nachhaltigsten Interieurmarken zusammenzuarbeiten. Die Bereitschaft, ausgetretene Pfade zu verlassen, muss in der ganzen Wertschöpfung da sein. Gerade ein Teo Jakob mit so unglaublich guten und langjährigen Beziehungen zu Architekten, Herstellern und Designern kann hier im geschlossenen Auftreten gestalterisch für die Zukunft enorm viel möglich machen. Und gerade die Schweiz mit ihrer Designkultur steht hier auch international für Glaubwürdigkeit und nimmt eine gewisse Vorreiterrolle ein.»

«Wir sind doch alle noch am Suchen», spricht jetzt wieder der Forscher aus ihm, diesmal mit einem spitzbübischen Aufblitzen in den Augen. «Und so wird auch die Möbel- und Designbranche in den nächsten Jahren noch ein wenig forschen müssen – hinsichtlich ihrer eigenen neuen Wege und Richtungen.» Zum Glück wurde dafür ja auch das eine oder andere «Müskeli» antrainiert.


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